Der Leberstoffwechsel bei Pferden

Ein gut funktionierender Leberstoffwechsel entscheidet maßgeblich über die Leistungsfähigkeit und Vitalität des Pferdeorganismus. Als Stoffwechsel-, Speicher- und Entgiftungsorgan übernimmt sie eine entscheidende Rolle bei der Gesunderhaltung. Die Leber baut verschiedenste Stoffe ab-, um und auf.

Die Aufnahme, Verwertung und Speicherung von Nährstoffen, die Bereitstellung lebenswichtiger Eiweißstoffe, der Auf- und Abbau von Hormonen, die Produktion von Gallenflüssigkeit und damit einhergehend der Abbau und die Ausscheidung von körpereigenen und körperfremden Substanzen gehört dabei zu ihren Aufgaben.

Die Leber kann durch Fehlernährung, allgemeine Belastungen und Erkrankungen oftmals überfordert werden.

Selbst leichte Leberfunktionsstörungen können bereits Auswirkungen auf den Hormonhaushalt, den Aufbau körpereigener Muskelmasse und den Blutzuckerspiegel haben.

Eine Leberbelastung zu erkennen ist oftmals schwierig, da erhöhte Leberwerte im Blut meist erst im fortgeschrittenen Zeitraum der bereits vorhandenen Störung festgestellt wird.

Veränderungen im Verhalten sowie körperliche Veränderungen der Pferde können jedoch dem aufmerksamen Besitzer den ein oder anderen Hinweis auf eine mögliche Leberbelastung geben:

  • Kraftlosigkeit und Müdigkeit
  • Interessenslosigkeit bis hin zur Apathie
  • Aggressivität gegenüber Artgenossen und Menschen
  • Muskelabbau und Leistungsschwäche
  • Appetitlosigkeit
  • Neigung zu Durchfall oder Verstopfung
  • Vermehrtes Auftreten von Koliken und Blähungen
  • Juckreiz und Hautprobleme

Der Beginn von Hautirritationen, wie dem Sommerekzem, der Mauke, Pilzerkrankungen und Milbenbefall kann auf eine Störung im Leberstoffwechsel deuten. Auch Belastungen der Schleimhäute und Darmprobleme können Begleiterscheinungen einer Leberfunktionsstörung sein.

Liegt der Verdacht nahe, dass bei einem Pferd Leberstoffwechselprobleme vorliegen, muss für die Regenerationsphase die Ernährung umgestellt werden. Dabei wird eine eiweiß- und fettreduzierte Fütterung angestrebt sowie auf reichlich und qualitativ hochwertiges Heu geachtet. Da mit dem Weidegang oftmals viel Protein und Kohlenhydrate in Form von Fruchtzucker zugeführt wird, sollte dieser nur kontrolliert erfolgen. Verschiedene Kräuter, wie Mariendistel, Artischocke und Löwenzahn, sind oft ein wertvoller Bestandteil in der Fütterung zu dieser Zeit. Die darin enthaltenen Bitterstoffe tragen zur Unterstützung der Leber bei und fördern die Bildung von Gallenflüssigkeit. Der Leberstoffwechsel wird dadurch angeregt.

Als Basis für eine effiziente Leberfunktion bzw. Regeneration ist die bedarfsgerechte Mineralisierung und Vitaminversorgung des Pferdes unabdingbar. Eine bedeutende Rolle spielen dabei allgemein hochverfügbare Spurenelementkombinationen, der Mineralstoff Magnesium und eine ausreichende Versorgung mit B-Vitaminen.