Ratgeber Beruhigung Hund

Nervosität und Beruhigung beim Hund: Entstehung, Anzeichen und Ursachen von Stress

MIGOCKI Tierernährung
2022-07-27 08:30:00
Nervosität und Beruhigung beim Hund: Entstehung, Anzeichen und Ursachen von Stress - Nervosität und Beruhigung beim Hund: großer Info-Ratgeber

Für mehr Ruhe und Gelassenheit beim Hund

Ein Leben ohne Stress bleibt ein Wunschtraum: Das gilt nicht nur für uns Menschen, sondern auch für unsere treuen Vierbeiner. Stresssituationen sind unvermeidbar und der Organismus hat im Laufe der Evolution effektive Stressbewältigungsstrategien entwickelt. Jedoch sind die körpereigenen Kräfte begrenzt, sodass Dein Hund nicht in jeder Situation ohne Deine Unterstützung das Belastungslevel reduzieren und zur Ruhe finden kann.

Im Folgenden zeigen wir Dir, wie Nervosität und Unruhe bei Deinem Hund zu erkennen sind und gehen auf die häufigsten Ursachen von Stresssituationen und die damit verbundenen Entstehungsmechanismen ein. Du erfährst, was Stress ist und wie er entsteht, welche Rolle Cortisol und Adrenalin dabei spielen und woran Du erkennen kannst, dass das Nervenkostüm deines Hundes strapaziert ist. Dabei werden auch Auslöser und mögliche Stressfaktoren ins Auge gefasst.

Was ist Stress und wie entsteht er?

Nervosität und Unruhen entstehen bei einem Hund als Reaktion des Organismus auf externe oder interne Reize. Dies könnte beispielweise ein lautes Geräusch oder Schmerz sein. Der Reiz aktiviert bestimmte Regionen im Gehirn, allen voran die Amygdala, den sogenannten Mandelkern. Die Amygdala bildet ähnlich wie beim Menschen mit Hippocampus und Hypothalamus das Limbische System und ist insbesondere für Emotionen und Gefühle zuständig.

Die Amygdala sendet nach dem Empfangen des Reizsignals hormonelle Botenstoffe entweder unmittelbar durch das sympathische Nervensystem im Rückenmark oder via Hypothalamus an die Nebenniere. Meist werden beide Wege bestritten. Das Nebennierenmark und die Nebennierenrinde schütten daraufhin unter anderem die Hormone Adrenalin und Cortisol aus.

Die Rolle von Adrenalin und Cortisol bei nervlicher Beanspruchung

Während Cortisol als Stresshormon für erhöhte Gehirnaktivität und somit für eine verbesserte Konzentration sorgen kann, ist Adrenalin als Neurotransmitter für die Reizübertragung von Impulsen an die Muskulatur zuständig. Die Folge: die Muskelspannung steigt, die Darmtätigkeit ist wiederum gehemmt, das Gehirn läuft auf Hochtouren, der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt.

Außerdem zehrt Stress stark an den Kräften. Erlebt ein Hund zu oft Stresssituationen oder werden diese zu einem Dauerzustand, können die übermäßig ausgeschütteten Stresshormone den Organismus schädigen. Es kann zur Dysfunktion einzelner Organe führen, darunter des Verdauungsapparates und des Immunsystems. Auch der Abbau von Muskulatur kann eine mögliche Konsequenz von Dauerstress sein.

Genau deswegen ist es wichtig, die Unruhezustände rechtzeitig zu erkennen, deren Ursachen zu bestimmen und mit angemessenen Maßnahmen zu reagieren.

Wie erkennst Du, dass Dein Hund gestresst ist?

Nervosität und Unruhezustände äußern sich in einer Vielzahl an Anzeichen, wobei jeder Hund auf die gleichen Reize unterschiedlich reagieren kann. Wir zeigen Dir die häufigsten Anzeichen für Stress beim Hund. Die folgenden Symptome können einzeln oder in Kombination auf eine erhöhte Stressbelastung Deines Hundes hinweisen:

  • Muskelverspannung
  • Zittern
  • hektisches Lecken und Knabbern an den Pfoten
  • geduckte oder verspannte Körperhaltung
  • eingezogene Rute als Zeichen von Angst
  • angelegte Ohren
  • vermehrtes Gähnen oder Schütteln
  • aufstehende Nackenhaare
  • Jaulen, Winseln, Heulen ohne erstmalig erkennbaren Grund
  • Verdauungsstörungen
  • Mundgeruch
  • Haarausfall

Was verursacht Stress bei Hunden?

Nicht nur die Symptomatik, sondern auch die Ursachen von Dauerstress, Unruhe und Nervosität bei Hunden sind vielfältig.

Wichtig zu wissen: Nicht nur die Reaktion auf Stresssituationen fällt beim Hund individuell aus – auch die Reizschwelle liegt bei unseren vierbeinigen Freunden unterschiedlich hoch. Wie Hunde auf Reize reagieren, hängt von der individuellen Prägung, Hundepersönlichkeit und Hunderasse ab.

Äußere Reize als Ursache für psychische Belastungen bei Hunden

Es gibt zahlreiche Ereignisse und Situationen, die Hunde kurzfristig oder dauerhaft belasten können. Zu den weitverbreitetsten Stressfaktoren für Hunde gehören:

  • laute Geräusche
  • schrille Töne (z. B. Feuerwerk)
  • Alarmanlagen
  • Schreien
  • häufiges, längeres Alleinsein
  • veränderte Umgebung
  • Besitzerwechsel
  • Trennungsschmerz
  • bei Mehrhundehaltung: veränderte Hierarchie im Rudel
  • Futterneid
  • lange Autofahrten
  • Läufigkeit als Stressfaktor für Hündinnen und Rüden
  • Konflikte mit anderen Hunden
  • fehlende Zuwendung
  • grober Umgang
  • zu hohe oder zu geringe körperliche Belastung

Organische Ursachen für Stress beim Hund

Nicht selten hat Nervosität bei Hunden auch organische Ursachen – sei es eine Erkrankung oder Verletzung. Chronische Magen-Darm-Verstimmungen aufgrund inadäquater Ernährung oder eines Parasitenbefalls senken die Reizschwelle und können eine dauerhafte psychische Belastung zur Folge haben. Weiter können Allergien unabhängig von deren Herkunft und Ausprägung zwangsläufig zu Stressreaktionen führen.

Wichtig zu wissen: Wunden und Verletzungen sind nicht immer bei äußerer Begutachtung des Vierbeiners zu entdecken. Es könnte sich zum Beispiel um einen Insektenstich im Mund-Rachen-Bereich oder einen Knochensplitter im Darmtrakt handeln.

Das Cushing-Syndrom als Folge einer übermäßigen Cortisol-Ausschüttung versetzt den Hundeorganismus ebenfalls in eine dauerhafte Belastungssituation, welche das gesunde Nervenkostüm strapazieren können. Zu erkennen ist diese Erkrankung nicht zuletzt an einem aufgedunsenen Bauch und an Haarausfall (Alopezie). Zudem können Erkrankungen des Nervensystems wie Ataxie oder Epilepsie ebenfalls Auslöser von Dauerstress sein.

Psychische Veranlagung und Probleme in der Prägungsphase als Ursachen von Nervosität und Unruhe

Je nach Hundepersönlichkeit reagieren die Tiere unterschiedlich auf Reize. Wie Hunde Stress begegnen und bewältigen, hängt nicht nur von ihrer einzigartigen Persönlichkeitsstruktur, sondern auch von dem Ablauf der Prägungs- und Sozialisierungsphase im Welpenalter ab. Wächst der Welpe in einer reizarmen Umgebung auf, fällt seine Reaktion sogar auf die alltäglichen Reize überproportional stark aus.

Aber auch die Reizüberflutung im Welpenalter kann die Psyche des heranwachsenden Hundes beeinflussen. Zudem kann eine zu frühe Trennung von der Mutterhündin zu einer psychischen Belastung beim Hund führen und damit die Reizschwelle eines adulten Tieres erheblich senken. Dies sind nur einige wenige mögliche Stressfaktoren und Nervositätsursachen bei Hunden.

Wichtig zu wissen: Solltest Du feststellen, dass Deine Fellnase unter Stress oder Angst leidet, erforsche unbedingt die individuellen Ursachen und versuche diese zu beheben.

Äußere Reizfaktoren lassen sich in vielen Fällen reduzieren oder in Ihrer Effektstärke abmildern. Liegt dem Stress Deines Hundes eine Erkrankung oder Verletzung zugrunde, ist eine Abstimmung mit dem behandelnden Tierarzt besonders wichtig. Auch die psychischen Probleme, die während der Prägungsphase im Welpenalter entstanden sind, lassen sich teilweise noch im Alter lösen.

Um das Stresslevel zu minimieren und Hunde bei der Stressbewältigung möglichst effektiv zu unterstützen, steht Dir außerdem eine Reihe an wertvollen Nahrungsergänzungen zur Verfügung. Speziell ausgewählte und hochverfügbare Inhaltsstoffe, dazu gehören Magnesium, Tryptophan, B-Vitamine, Baldrian, Johanniskraut und Passionsblume, können dann für mehr Gelassenheit und Nervenstärke bei nervösen oder ängstlichen Hunden sowie in Belastungssituationen sorgen und das allgemeine Wohlbefinden Deines Hundes unterstützen.

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