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Fellwechsel beim Pferd unterstützen: mit Pflege und Zusatzfutter

MIGOCKI Tierernährung
2026-01-22 13:38:00 / Pferdefütterung

Der anstrengende Wechsel zwischen Sommer- und Winterfell: In der Regel benötigen Pferde in der Haltung im Frühjahr und Herbst eine besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge – der Fellwechsel steht an. Dieser Prozess kostet dem Pferd enorm viel Energie und setzt den Körper unter enorme Belastung. Doch Du kannst Deinem Pferd die Zeit des Fellwechsels gezielt erleichtern. Erfahre im Folgenden, was Du zum Fellwechsel bei Pferden wissen musst: Wie läuft dieser konkret ab, welche Schwierigkeiten können auftreten und wie kannst Du Dein Pferd in dieser Zeit mit Fellpflege und Zusatzfutter adäquat unterstützen?

1. Welche Bedeutung hat der Fellwechsel für Pferde?

Für was ist der Fellwechsel bei Pferden wichtig?

Übergangsjahreszeiten sind sensible Zeiten für die Haut- und Fellgesundheit: Pferde reagieren im Frühjahr und Herbst besonders empfindlich und sollten in diesem Fall mehr Aufmerksamkeit bekommen. Denn so ziemlich alles, was im Tierreich Fell trägt, stellt sich in Haardichte und -dicke auf die zu erwartenden Temperaturen im Sommer und Winter ein. Dabei ist der Fellwechsel eine zusätzliche Leistung des Pferdeorganismus und geht oft mit einem erhöhten Nährstoffbedarf einher. Gerade ältere, vorerkrankte oder stark beanspruchte Pferde werden in dieser Zeit noch einmal mehr gefordert.

2. So läuft der Fellwechsel bei Pferden ab

Der Fellwechsel startet früher, als viele denken: Bereits Mitte bis Ende Januar, sobald die Tage wieder spürbar länger werden. Dann beginnt Dein Pferd damit, das Winterfell gegen die leichtere Sommerdecke auszutauschen. Der Wechsel zurück ins warme Winterfell setzt dagegen im September ein. Als Orientierung zum Beginn des Fellwechsels können Dir die Sonnenwenden rund um den 21. Juni und den 21. Dezember dienen. Wie lange der Fellwechsel dauert, ist von Pferd zu Pferd verschieden. Der Frühjahrswechsel, zieht sich meist länger hin als der Wechsel im Herbst. Je nach Rasse, Haltungsform, Temperaturen und Alter kann der Prozess einige Wochen bis hin zu mehreren Monaten in Anspruch nehmen.

Wusstest Du bereits?

Bei Norweger- und Isländer-Pferden dauert der Fellwechsel länger.

Genetisch bedingt dauern die Übergangsphasen bei Norwegern und Isländern länger als bei anderen Rassen. Wer sein Pferd täglich versorgt und begleitet, wird übers Jahr ein gutes Gespür dafür entwickeln, wann diese Phasen jeweils abgeschlossen sind. 

3. Von Tageslicht bis Gene: Von welchen Einflüssen hängt der Fellwechsel bei Pferden ab?

Der Fellwechsel deines Pferdes wird von mehreren Faktoren gelenkt. Neben Licht und Temperaturen spielen auch hormonelle Prozesse und genetische Unterschiede eine Rolle. Sie bestimmen, wann der Haarwechsel beginnt, wie schnell er verläuft und wie intensiv er ausfällt.

Der Einfluss von Tageslicht, Temperatur und Hormonen auf den Pferde-Fellwechsel

Auch die Dauer des Tageslichtes hat Einfluss auf den Beginn des Fellwechsels:

  • Tageslicht: Dabei spielt die Zirbeldrüse im Gehirn eine wichtige Rolle, da sie unter anderem als Sensor für die Tageslänge fungiert. Die Zirbeldrüse registriert, wie lange es hell ist, und passt die Produktion von Melatonin (Schlafhormon) daran an. Sinkt der Melatoninspiegel im Frühjahr, startet der Wechsel zum Sommerfell; im Herbst steigt er wieder und bereitet das Winterfell vor. Gleichzeitig wirkt das Hormon Prolaktin im Frühjahr stimulierend auf Haarfollikel und Haut.
  • Temperatur: Kalte Temperaturen verstärken das Dickenwachstum des Fells. Ein besonders warmer Frühling beschleunigt hingegen den Haarausfall, während ein Kälteeinbruch im Frühjahr den Wechsel sogar kurzzeitig ausbremsen kann. Wird ein Pferd ganzjährig hauptsächlich im Stall, bei gleichmäßiger Temperatur und Kunstlicht, gehalten, ist der Fellwechsel nur wenig ausgeprägt. Man spricht dann auch von einem „verwaschenen Fellwechsel“.

Genetische Einflussfaktoren auf den Fellwechsel bei Pferden

So wirken sich genetisch Einflüsse auf den Pferde-Fellwechsel aus

Der Zeitpunkt des Fellwechsels von Pferden sowie die Unterschiede zwischen Sommer- und Winterfell hängen in großem Maß von genetischen Faktoren ab. Allein aus evolutionärer Sicht gibt es stark unterschiedliche Ausprägungen bei den Rassen. Pferde, die eher aus nördlichen Regionen stammen (wie Isländer, Norweger und Haflinger), entwickeln naturgemäß ein eindrucksvolleres Winterfell als die Rassen aus dem Süden und den Wüstengebieten (wie die Araber, Berber und Achal-Tekkiner). Hierbei lohnt sich ein genauerer Blick auf die Unterschiede der Rassen aus dem Norden und aus den warmen Klimazonen.

  • Islandpferden, Fjordpferden, Norweger, Haflinger, Shetlandponys
    • deutlich sichtbares, oft wolliges Winterfell
    • Fellwechsel beginnt früher im Herbst und später im Frühjahr
    • die Prozesse sind intensiver und fordernder
    • höherer Energie- und Nährstoffbedarf
  • Fellwechsel bei Vollblüter, Araber, Achal-Tekkiner, Warmblüter moderner Zuchtlinie
    • dünneres Sommer- und Winterfell, geringere Differenz in der Haarlänge
    • Fellwechsel verläuft schneller und unauffälliger
    • Pferde reagieren empfindlich auf Kälte, Unterstützung durch Decken kann nötig sein

Wusstest Du bereits?

Pferderassen können sich an neue Klimazonen anpassen.

Langfristig passen sich Pferde an neue Klimazonen an, was allerdings oft mehrere Jahre braucht. Ein Isländer wird in Spanien mit der Zeit einen etwas schwächeren Fellwechsel zeigen als in seiner heimischen Region, doch die genetische Grundlage wird bleiben. Kälteempfindliche Rassen reagieren hingegen in wärmeren Regionen oft mit einem irritierten Fellwechsel – er verzögert sich, bleibt unvollständig oder ganz aus.

4. Dieser Belastung ist der Pferdekörper während des Fellwechsels ausgesetzt

Während der Fellwechsel-Phase ist der Organismus Deines Pferdes besonders gefordert. Kein Wunder, denn Stoffwechsel, Kreislauf und Immunsystem sind allesamt daran beteiligt. Haare fallen aus, neue wachsen heran und altes Zellmaterial muss abtransportiert werden. Das führt dazu, dass mehr Energie, Nährstoffe und eine intensivere Fellpflege benötigt werden.

Körperliche Anforderungen während des Fellwechsels

Die Stoffwechselvorgänge beim Pferd laufen während des Fellwechsels auf Hochtouren. Millionen neuer Haare müssen aus Keratin – einem schwefelhaltigen Eiweiß – gebildet werden. Dazu benötigt der Pferdekörper eine ausreichende Zufuhr an Aminosäuren, die für den Aufbau der Keratinstrukturen notwendig sind. Zink, Kupfer und Schwefel sind ebenfalls an der Bildung sowie Stabilisierung der Haarstruktur beteiligt. Wichtige Vitamine, die den Zellstoffwechsel und die Hautregeneration fördern, sind zudem Biotin, Vitamin B2, Vitamin B6 und Vitamin B12.

Wie hängen Fellwechsel, Stoffwechsel und Immunsystem beim Pferd zusammen?

So hängt der Pferde-Fellwechsel mit Stoffwechsel und Immunsystem zusammen

Bei diesen komplexen Stoffwechselvorgängen entstehen im Körper Abfallprodukte, die über die Leber und Nieren der Pferde verarbeitet werden müssen. Funktionieren Leber und Nieren nicht ideal, kann es während des Fellwechsels schnell zu einer Überforderung kommen. Diese kann sich in Hautreizungen, Schuppenbildung oder an glanzlosem Fell zeigen.

Das Immunsystem ist in dieser Zeit besonders anfällig, weil viele Nährstoffe jetzt für den Fellwechsel gebraucht werden. Zink wird z. B. zur Stärkung der Hautbarriere benötigt und ist gleichzeitig ein wichtiger Baustein im Immunsystem. Der Umbauprozess des Pferdefells erhöht auch den oxidativen Stress, weshalb Selen, Vitamin E und diverse sekundäre Pflanzenstoffe ausreichend zur Verfügung stehen sollten. 

Anzeichen von Schwierigkeiten beim Fellwechsel Deines Pferdes

Fehlende Nährstoffe oder eine Überlastung von Leber, Nieren oder Immunsystem zeigen sich häufig direkt im Fellwechsel und in der allgemeinen Leistungsfähigkeit. Typische Hinweise können ein verzögerter oder ungleichmäßiger Haarwechsel, Juckreiz, brüchiges Fell, schlechte Wundheilung oder erhöhte Infektanfälligkeit sein. Damit solche Belastungen gar nicht erst entstehen, kannst Du mit adäquater Fütterung und Pflege frühzeitig unterstützen. Besonders ältere Pferde, Tiere mit möglichen Vorerkrankungen sowie Pferde mit einer allgemein geschwächter Abwehr benötigen in dieser Zeit zusätzliche Aufmerksamkeit. 

5. Fellwechsel und Fütterung: So unterstützt Du Dein Pferd mit hochwertigem Zusatzfutter

Damit Dein Pferd im Fellwechsel alle wichtigen Bausteine für Haarbildung, Hautgesundheit und Entgiftung erhält, ist eine ausgewogene Ernährung entscheidend. Die Basis bildet hochwertiges Raufutter – vor allem gutes Heu mit ausreichend Eiweiß, damit genügend Aminosäuren für die Keratinbildung bereitstehen. Besonders wichtig sind Methionin und Cystein, zwei zentrale Aminosäuren für stabile, widerstandsfähige Haare. Ebenso wichtig: eine gut funktionierende Verdauung, damit die aufgenommenen Eiweiße und Aminosäuren optimal verwertet werden können.

Aminosäuren während des Pferde-Fellwechsels

Die essentielle Aminosäure Methionin ist für Pferde besonders wichtig, weil sie maßgeblich am Aufbau von Keratin beteiligt ist. Auch Glycin und Arginin unterstützen diese Keratinsynthese, die vor allem in Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse stattfindet. Keratin bildet die Grundstruktur von Haaren, Mähne, Schweif, Haut und Hufen und wird durch sogenannte Schwefelbrücken besonders widerstandsfähig. Methionin wird im Körper zu Cystein umgewandelt, dass diese stabilisierenden Disulfidbrücken entstehen lässt – entscheidend für elastische, robuste Haare. Deshalb enthalten viele hochwertige Ergänzungsfuttermittel für den Fellwechsel gezielt Methionin sowie wichtige Spurenelemente wie Zink.

Spurenelemente, Vitamine und organischer Schwefel für Pferde während des Fellwechsels

Folgende Spurenelemente und Vitamine spielen eine zentrale Rolle während des Fellwechsels:

  • Zink: Unterstützt die Immunabwehr und wirkt bei der Keratinbildung und Hautregeneration mit.
  • Kupfer: Spielt eine wichtige Rolle bei der Pigmentierung und der Enzymaktivität in der Haarwurzel.
  • Selen: Schützt als Antioxidans die Zellen vor oxidativem Stress.
  • MSM: Schwefel in organischer Form. Schwefel ist ein essenzieller Baustein der Aminosäuren Methionin und Cystein, die für Muskelstoffwechsel, Bindegewebe sowie Haut, Fell und Hufe wichtig sind.
  • Biotin (Vitamin H, B7): Das Vitamin für ein glänzendes, widerstandsfähiges Fell. Es fördert die Bildung der Keratinozyten, den Aufbau der Zellen für Haar und Horn. 
  • Vitamin A (Retinol): ist am Wachstum der Haut- und Schleimhautzellen beteiligt. Besonders wichtig beim Abstoßen der alten und Aufbau der neuen Haare. 
  • Vitamin E (Tocopherol): Ein Antioxidans, das die Zellmembranen vor oxidativem Stress schützt. Verbessert die Durchblutung der Haut.

Schon gewusst?

Ohne ausreichend Trinkwasser, keine ideale Nährstoffverteilung.

Damit all diese Nährstoffe aus der Nahrung reibungslos zu ihren Einsatzorten gelangen können, ist die ausreichende Versorgung mit Wasser immer eine wichtige Voraussetzung bei Pferden. Trinken Pferde zu wenig Wasser, zeigt sich auch dies häufig an einem stumpfen Fell.

Fellwechsel bei Pferden: Die Rolle von Entgiftungsprozessen und Stoffwechsel

Die Leber spielt im Fellwechsel eine doppelte Rolle: Sie unterstützt den Keratinaufbau und übernimmt gleichzeitig wichtige Entgiftungsprozesse. Da beim Wechsel des Fells vermehrt Stoffwechselrückstände anfallen, arbeitet sie in dieser Phase besonders intensiv. Mit einem qualitativen Zusatzfutter, kannst Du die Leber Deines Pferdes nutritiv unterstützen: 

  • Abtransport von Stoffwechselrückständen: Kräuter wie Mariendistel, Artischocke und Löwenzahn können den natürlichen Abtransport dieser Stoffwechselrückstände unterstützen.
  • Verdauung: Für eine gute Nährstoffaufnahme ist zudem ein gesunder Darm entscheidend. Die Präbiotischen und Probiotischen Bestandteile aus Bierhefe können hier wertvolle Unterstützung bieten.
  • Stoffwechsel anregen: Brennnessel, Birke oder Schachtelhalm können den Hautstoffwechsel sowie die Ausleitung über Nieren und Haut fördern. Ergänzend kann Leinöl mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren Haut und Haar von innen stärken und für ein weiches, dichtes und glänzendes Fell sorgen.

Bei der Ergänzung von Zusatzfuttermitteln sollte immer die gesamte Futterration berücksichtigt werden, denn eine höhere Menge bedeutet nicht zwangsläufig einen besseren Nutzen. Ein Blutbild oder auch eine Haaranalyse kann dabei helfen, den tatsächlichen Bedarf zu erkennen und die Versorgung sinnvoll und ausgewogen anzupassen.

6. Die Vorteile von Fellpflege und Bewegung für den Fellwechsel Deines Pferdes

Fellpflege und Bewegung beim Fellwechsel von Pferden

Nicht nur was die Ernährung betrifft, kannst Du Deinem Pferd während des Fellwechsels wichtige Unterstützung bieten. Auch die Fellpflege sollte nicht zu kurz kommen. Deswegen haben wir für Dich noch einige Tipps bereitgestellt.

Regelmäßiges Putzen und Striegeln

Während des Fellwechsels ist das tägliche Bürsten des Pferdefells weit mehr als bloße Pflege. Es regt die Durchblutung der Haut an, fördert die Talgproduktion und erleichtert es dem Pferd, lose Haare loszuwerden. Mit passenden Striegeln und Bürsten lassen sich abgestorbene Haare und feiner Staub schonend entfernen, wodurch die Haut besser durchblutet wird und die Haarwurzel anschließend optimal mit Nährstoffen versorgt werden kann.

Unterstützung der Haut- und Fellgesundheit

Pflanzliche Öle können die Haut Deines Pferdes von außen beruhigen und ihre natürliche Rückfettung unterstützen. Geeignet sind verdünnte Öle oder Pflegeprodukte mit Öl-Anteil, etwa Ringelblumen- oder Jojobaöl. Nach dem Putzen auf trockene oder schuppige Stellen aufgetragen, können sie die Haut schützen, antibakterielle Eigenschaften entfalten und Feuchtigkeit binden. Wichtig ist eine sparsame Dosierung, da zu viel Öl die Poren verschließen und den Wärmeaustausch beeinträchtigen kann. Auch Pflegeprodukte auf Naturbasis – etwa mit Ringelblume oder Kamille – können gereizte Haut beruhigen. Zink- oder Schwefelanteile in Shampoos und Sprays können zusätzlich die Hautregeneration unterstützen.

Bewegung, Auslauf und frische Luft

Bestimmte Haltungsbedingungen schaffen die besten Voraussetzungen für die Gesundheit Deines Pferdes – und im Fellwechsel sind sie besonders wichtig. 

  • Bewegung: Ausreichend Bewegung fördert die Durchblutung der Haut und verbessert die Versorgung der Haarfollikel. Pferde mit täglichem Auslauf und Weidegang wechseln ihr Fell meist schneller und gleichmäßiger als Pferde, die überwiegend in der Box stehen. Frische Luft und natürliches Licht unterstützen zudem die hormonelle Steuerung des Fellwechsels.
  • Eindecken: Bei gesunden Pferden kann zu häufiges Eindecken den Prozess verzögern, da wichtige Temperaturreize fehlen. Bei alten, kranken oder geschorenen Pferden kann eine Decke jedoch Energieverluste vermeiden.
  • Stallhygiene: Auch Stallhygiene spielt jetzt eine große Rolle: trockene Einstreu, regelmäßiges Abäppeln und gute Belüftung entlasten die Haut. Sauberes Putzzeug verhindert nicht nur Reizungen durch Schmutz- oder Schweißreste, sondern hilft zusätzlich, die Übertragung von Parasiten und Pilzerkrankungen auf Haut und Fell zu vermeiden.

7. Schwierigkeiten und nützliche Tipps beim Fellwechsel Deines Pferdes

Der Fellwechsel kann den Pferdekörper stark beanspruchen. Verzögerter Haarwechsel, Hautirritationen oder Gewichtsverlust sind mögliche Anzeichen. Mit gezielter Pflege, passender Fütterung und guter Vorbereitung lässt sich dein Pferd in dieser Zeit effektiv unterstützen.

Der Fellwechsel verläuft träge und stockend

Das könnte ein Hinweis auf Stoffwechselschwierigkeiten oder Nährstoffmangel sein. Eine Möglichkeit wäre zu überprüfen, ob der Bedarf an Zink, Kupfer, Selen und Aminosäuren ausreichend gedeckt wird. Durch den Fellwechsel kann es zu einer höheren Leberbelastung kommen, wobei der normale Stoffwechsel ins Stocken geraten kann. In diesem Fall kann ein geeignetes Zusatzfutter für Pferde die Entgiftungsprozesse der Leber unterstützen. Daneben solltest Du auf eine regelmäßige Bewegung Deines Vierbeiners an der frischen Luft achten. 

Mögliche Hautirritationen, Ekzeme oder Pilzbefall im Fellwechsel

Durch abgestorbene Haare und erhöhte Talgproduktion beim Fellwechsel wird die Haut Deines Pferdes anfälliger. Deshalb solltest Du bei der Fellpflege unbedingt auf saubere Putzmittel und Decken achten. Gründliches Putzen ist hierbei unumgänglich. Antibakterielle Pflegemittel mit Zink, Teebaum oder Ringelblume können zusätzlich den Pflegevorgang fördern. Wenn diese einfachen Maßnahmen nicht greifen, helfen ein Hautabstrich durch einen Tierarztbesuch weiter.

Gewichtsverlust beim Fellwechsel

Da der Energieverbrauch während des Fellwechsels deutlich steigt, verlieren viele Pferde in dieser Zeit an Gewicht. In diesem Fall kannst du mit einem leicht erhöhten Energieanteil im Futter durch pflanzliche Öle für Pferde wie Leinöl, Hanföl oder einem energiereicheren Kraftfutter gezielt gegensteuern. 

Effiziente Putzroutinen in der Fellwechsel-Phase

Mit einer adäquaten Putzroutine kannst Du die Zeit des Fellwechsels für Dein Pferd erleichtern. Die losen Haare können dabei mit einem Gummistriegel oder Fellkamm entfernt werden. Anschließend mit Bürste und/oder Sauger nacharbeiten. An empfindlichen Körperstellen wie Kopf und Beinen liegt der Knochen oft direkt unter der Haut, sodass harte Bürsten schnell unangenehm sein können. Weiche Bürsten eignen sich hier besonders, um diese Bereiche schonend zu reinigen und zu pflegen.

Tipps zur Vorbereitung auf die Fellwechsel-Saison

Damit Du ideal auf die Zeit des Fellwechsels vorbereitet bist, haben wir Dir noch ein paar weitere Tipps zusammengestellt:

  •  Den Futterplan überprüfen und bei Bedarf an die Anforderungen des Fellwechsels anpassen, insbesondere im Hinblick auf Nährstoffe und Ergänzungen.
  • In der Phase vor dem Fellwechsel den Mineralstoff-Status im Blick behalten:
    • Eine ganzjährige, hochwertige Mineralfuttergabe stellt bereits eine solide Grundlage für beide Fellwechselphasen dar.
    • Bei erhöhtem Bedarf kann ergänzend eine gezielte Mineralstoffzugabe mit Zink, Kupfer, Selen oder B-Vitaminen eingeplant werden (auch begleitend während des Fellwechsels möglich).
  • Begleitend zur bestehenden Fütterung kann eine „Leberkur“ mit Kräutern wie Mariendistel, Artischocke, Löwenzahn oder Brennnessel eingesetzt werden, um den Stoffwechsel in der Fellwechselphase zu unterstützen.
  • Sämtliches Fellputz-Zubehör regelmäßig reinigen und beschädigtes oder abgenutztes Putzzeug bei Bedarf ersetzen, um eine schonende und hygienische Fellpflege während des Fellwechsels zu gewährleisten.

8. Fazit zum Fellwechsel: Unterstütze Dein Pferd mit passender Fellpflege und Zusatzfutter

Herbst und Frühjahr sind Zeiten des Übergangs und des Fellwechsels bei Pferden. Dabei kannst Du Dein Pferd in dieser körperlich anstrengenden Phase ideal unterstützen: Vor dem Winter liegt der Schwerpunkt darin, das Pferde-Immunsystem fit zu halten. Im Frühjahr liegt der Fokus dann auf den Stoffwechselorganen. Außerdem bildet eine hochwertige, ganzjährige Mineralstoffversorgung für Pferde die Grundlage für ein stabiles Immunsystem. Bei erhöhtem Bedarf, etwa während des Fellwechsels, kann diese Basis gezielt ergänzt werden, um den Organismus ernährungsseitig sinnvoll zu unterstützen.

Der Fellwechsel ist eine natürliche Umstellungsphase, die den Organismus über mehrere Wochen begleitet. Mit einer angepassten Pflege, einer ausgewogenen Fütterung und etwas Geduld lässt sich diese Zeit gut unterstützen – auch wenn dabei das eine oder andere Haar liegen bleibt.

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Autor

andre migocki inhaberAndré Migocki – Inhaber MIGOCKI Tierernährung

„Für Dein Tier stets das Beste!“ Nach diesem Leitsatz und mit viel Leidenschaft führt André Migocki sein Unternehmen MIGOCKI Tierernährung seit dem Jahr 2006. Als qualifizierter Ernährungs- und Vitalstoffberater steht für ihn die Gesundheit von Tieren an erster Stelle. Bei seinem Lieblingsthema, der Tiergesundheit, hält es es ganz nach dem Motto: Dein Tier ist, was es frisst. Seine große Affinität für das Tierwohl hat er seinem Großvater, einem erfahrenen Tierarzt, zu verdanken. André Migockis ständiger Antrieb ist die Faszination und Überzeugung, mit Nährstoffen einen positiven Einfluss auf die Tiergesundheit nehmen zu können. Im ständigen Austausch mit Tierärzten und Therapeuten steckt er sein gesamtes Fachwissen in die MIGOCKI Produkte und deren Weiterentwicklung.