Die Inhalte des MIGOCKI Lexikons basieren auf fachlicher Literatur, wissenschaftlichen Studien und ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen und beziehen sich im Allgemeinen auf den Menschen, die Tiere und die Pflanzenwelt.
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Füllstoffe und Trägerstoffe
Füllstoffe und Trägerstoffe
Der Begriff Füllstoff wird häufig pauschal für Zutaten verwendet, die einem Futtermittel Volumen geben, aber nur einen geringen ernährungsphysiologischen Wert besitzen. Dabei ist entscheidend, in welchem Zusammenhang der Begriff steht – denn zwischen Füllstoffen und Trägerstoffen besteht ein wesentlicher Unterschied.
Füllstoffe
In Alleinfuttermitteln wie Trockenfutter dienen sogenannte Füllstoffe meist dazu, das Futtervolumen zu erhöhen oder den Energiegehalt kostengünstig zu strecken. Typische Beispiele sind Mais, Weizen oder Melasseschnitzel. Diese Zutaten liefern zwar Energie, enthalten aber nur wenig Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente. Ihr ernährungsphysiologischer Nutzen ist daher begrenzt.
Trägerstoffe
In Mineral- und Ergänzungsfuttermitteln übernehmen ähnliche Substanzen eine völlig andere Funktion – sie dienen hier als Trägerstoffe.
Trägerstoffe haben eine technologische Funktion, sie ermöglichen die gleichmäßige Verteilung der Vitamine, Mineralien, Spurenelemente oder Aminosäuren und sorgen für eine sichere Dosierung. Viele dieser Nährstoffe können nicht in Reinform gefüttert werden, da sie zu konzentriert, reaktiv oder geschmacklich ungeeignet wären (z. B. zu sauer, salzig oder bitter).
Der Trägerstoff sorgt damit für eine gleichmäßige Dosierung, verbessert die Verträglichkeit und unterstützt oft auch die Aufnahme im Magen-Darm-Trakt.
Darüber hinaus kann der Trägerstoff auch zur geschmacklichen Akzeptanz beitragen, da er intensive oder bittere Nährstoffe mildert und so die Futteraufnahme erleichtert.