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Kräuter für die Pferdefütterung: Unser umfassender Ratgeber

MIGOCKI Tierernährung
2025-08-20 09:30:00 / Pferdefütterung

Kräuter – eine wertvolle und natürliche Ergänzung für die Pferdefütterung. Pferde sind von Natur aus Kräuterkenner, denn sie können auf der Weide instinktiv Pflanzen auswählen, die ihr Wohlbefinden fördern. Doch Weideland in der heutigen Zeit bietet kaum noch die einstige Kräutervielfalt. Dabei haben Kräuter unübersehbare Vorteile, die die Gesundheit Deines Pferdes unterstützen. Unser umfassender Ratgeber zeigt Dir, wie Du Deinem Pferd eine artgerechte und nährstoffreiche Fütterung mit Kräutern ermöglichen kannst.   

Entdecke, welche Kräuter auf einer Wiese wachsen sollten, mit welchen Kräutern Du typische Schwachstellen Deines Pferdes stärkst, warum die Zugabe von Kräutern heutzutage wichtig ist und worauf Du bei der Fütterung achten solltest. Tauche ein in die faszinierende Welt der Pferdekräuterfütterung!

1. Kräuter und Pferdefutter: eine instinktive Verbindung auf der Weide

Die instinktive Verbindugn zwischen Pferden und Kräuterfutter

Kluge Pflanzenkundler auf vier Hufen: Pferde sind seit ihrer Entstehungsgeschichte von Kräutern umgeben. Wenn wir Pferde beim Fressen auf der Weide beobachten, wählen sie ganz gezielt bestimmte Pflanzen und Kräuter aus, während sie andere ignorieren. Dieses Verhalten ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer uralten Verbindung zwischen Pferd und Pflanzenwelt. In der Wissenschaft ist dieses Phänomen unter dem Begriff „Zoopharmakognosie“ bekannt – es beschreibt die Fähigkeit von Tieren, sich instinktiv heilsame Pflanzen auszuwählen. So ist diese Verhaltensweise evolutionär erworben und wird von Generation zu Generation weitergegeben, da sich Jungpferde an den älteren Pferden orientieren.  

Bereits gewusst?

Zoopharmakognosie ist ein anerkanntes Forschungsfeld.

Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich ein faszinierendes Forschungsfeld: Wissenschaftler fanden dabei heraus, dass Tiere instinktiv Pflanzen auswählen, die sie gerade benötigen oder sogar ihre Beschwerden lindern. Diese natürliche Art der „Selbstmedikation“ ist bei Primaten und Elefanten gut erforscht, steckt bei den Pferden allerdings noch in den Forschungsanfängen. Beobachter berichten jedoch wiederholt bei Pferden von gezielter Kräuterwahl bei z. B. Unruhe oder Verdauungsproblemen. 

2. Welche Wiesenkräuter eignen sich als Pferdefutter?

Auf einer naturbelassenen Weide würden Pferde eine Vielzahl wertvoller Wiesenkräuter vorfinden, die weit mehr als nur Vitalstoffe liefern. Diese Kräuter bieten spezifische Eigenschaften, die Pferde instinktiv oder bewusst für Ihr Wohlbefinden nutzen. Die bekanntesten und häufigsten Wiesenkräuter mit positiven Eigenschaften für die Pferdefütterung sind folgende: 

  • Löwenzahn: kann Leber und Niere anregen und enthält wichtige Bitterstoffe sowie Kalium.
  • Brennnessel: beinhaltet Eisen und Kieselsäure sowie stoffwechselanregende, blutreinigende Eigenschaften.
  • Schafgarbe: kann Entzündungen hemmen sowie Leber und Verdauung unterstützen.
  • Spitzwegerich: hat schleimlösende, entzündungshemmende Eigenschaften, die allgemeinen Hustenreiz lindern können.
  • Wiesen-Salbei: kann entzündungshemmend und antibakteriell sein.
  • Kamille: unterstützt krampflösend, beruhigend und ist gut für den Magen-Darm-Trakt.
  • Melisse: ist nervenstärkend und entspannend.
  • Kümmel: ist in Wildform magenstärkend und kann krampflösend sein.
  • Bitterklee: regt die Verdauungssäfte und den Appetit an.
  • Gänseblümchen: kann mild tonisierend und hautfreundlich sein.
  • Rotklee: ist mineralstoffreich und hormonell ausgleichend.
  • Ringelblume: kann die körpereigene Wundheilung unterstützen und kann entzündungshemmend sein.
  • Weidenrinde: kann wie eine Art natürliches Schmerzmittel, das Salicylate enthält, sein.

3. Warum sind Kräuter als Zusatzfutter wichtig in die Pferdefütterung?

Kräuter-Ergänzung im Pferdefutter. wichtiger Ausgleich wegen fehlender Kräutervielfalt?

Was früher häufig war, fehlt heute fast komplett: Kaum eine Weide bietet für Pferde heute noch eine Kräutervielfalt. Pferde hatten früher oft einen Mix aus Gräsern, Kräutern, Sträuchern und Baumrinde zur Verfügung. Diese Komponenten fehlen heutzutage immer öfter oder besitzen durch die schlechtere Bodenbeschaffenheit nicht mehr die gleiche Vitalstoffzusammensetzung wie damals. Daher ist es bei Pferden essenziell, auf eine vielseitige Ernährung zu achten. Dabei können hochwertige Kräuter als Futterzugabe helfen, den Bedarf an natürlichen Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen neben einem hochwertigen Mineralfutter zu unterstützen und den Bedarf an sekundären Pflanzenstoffen zu decken. 

4. Kräutervielfalt für Pferde. So sorgst Du für eine ideale Futterweide

Vielfalt als Grundlage für eine natürliche Versorgung: Eine pferdegerechte Weidehaltung bildet die Basis für eine natürliche Versorgung mit Kräutern. Viele Pferdehalter und Pferdehalterinnen werten ihre Weiden deshalb durch das Einstreuen von speziellen Kräutersamen auf. Dabei ist es wichtig, dass sich einzelne Kräuterarten nicht zu stark ausbreiten und andere verdrängen – ein Problem, das häufig bei Überdüngung entsteht. Eine hilfreiche Alternative? Nur Teilbereiche der Weide auswählen, die gezielt mit bestimmten Kräutern besät werden. 

Bereits gewusst?

Eine regelmäßige Begutachtung der Weide kann die Gesundheit Deines Pferdes schützen.

Hintergrund ist die Eindämmung von ungeeigneten oder sogar giftigen Kräutern auf der Weide. Durch eine regelmäßige Weidebegehung verhinderst Du, dass Dein Pferd gesundheitsschädliche Kräuter und Pflanzen frisst, die er möglicherweise nicht kennt. Im selben Zug lässt sich direkt die Kräutervielfalt der Weide kontrollieren. 

Welche Kräuter sind für Pferde schon in geringen Mengen giftig?

Einige Pflanzen stellen eine ernste Bedrohung für die Pferdegesundheit dar und müssen konsequent von der Weide entfernt werden. Diese giftigen Gewächse können bereits in kleinsten Mengen schwere Vergiftungen verursachen:

  • Jakobskreuzkraut: Ist besonders tückisch, da es lebertoxisch wirkt und sich im Körper ansammelt. Die schleichende Vergiftung bleibt oft lange unbemerkt. Besondere Vorsicht ist beim Heu geboten, da die getrocknete Pflanze dort häufig übersehen wird, aber ihre Giftigkeit behält.
  • Herbstzeitlose: Enthält das hochtoxische Colchicin und ist bereits in kleinsten Mengen tödlich. Sowohl Blätter als auch Blüten sind enorm gefährlich für Pferde. 
  • Eibe (Taxus): Sie zählt zu den gefährlichsten Giftpflanzen überhaupt. Schon wenige Nadeln oder kleine Zweige können einen Herzstillstand verursachen.
  • Fingerhut (Digitalis): Wirkt als starkes Herzgift und ist bereits in geringen Mengen lebensgefährlich für Pferde.

Bei Verdacht auf eine Vergiftung solltest Du umgehend einen Tierarzt kontaktieren, da schnelles Handeln lebensrettend sein kann. 

Welche Kräuter sind für Pferde in größeren Mengen giftig?

Diese Pflanzen und Kräuter sind weniger gefährlich für Pferde, da sie erst in größeren Mengen toxisch wirken. Meist meiden die Pferde sie bei einem unangenehmen Geschmack von selbst. Jedoch können kleinere Mengen schon zu Beschwerden führen, was gerade bei unerfahrenen Fohlen verhindert werden sollte. Dazu können sich diese Pflanzen unbemerkt unter das Heu mischen, da sie getrocknet für Mensch und Tier schwer zu erkennen sind. Zu den problematischen Kräutern und Pflanzen zählen:

  • Hahnenfuß (Butterblume): Führt zu Hautreizungen und Verdauungsstörungen, weshalb sie meist gemieden wird, aber im Heu vermischt verliert sie ihre Bitterkeit.
  • Gemeine Quecke: Sie kann bei empfindlichen Pferden Koliken auslösen, ist weitverbreitet und verdrängt dadurch wertvolle Gräser.
  • Schöllkraut: Diese Pflanze wirkt bei Pferden in großen Mengen lebertoxisch und krampferregend.
  • Gefleckter Schierling: Ist in größeren Mengen extrem giftig. Dazu ist es schwierig, die Doldenblütler von ungiftigen Arten (z. B. Wilde Möhre) auseinanderzuhalten. 
  • Adlerfarn: Bei längerer Aufnahme gefährlich für das Nervensystem und die enthaltenen Glycoside sind krebserregend.
  • Holunder: Wirkt magenreizend und leicht toxisch, vor allem bei den Blättern und unreifen Beeren.
  • Wilder Rhabarber: Diese Ampferart ist oxalsäurehaltig und dadurch nierenbelastend.
  • Rainfarn: Enthält den toxischen Stoff Thujon und wird dazu in getrockneter Form oft im Heu übersehen.

5. Wohltuende und spezielle Kräuter für die Pferdefütterung

Spezielle Futterkräuter für das Wohlbefinden von Pferden

Die individuelle Ergänzung für die Pferdefütterung: Neben den heimischen Wiesenkräutern bietet die Pflanzenwelt eine Fülle weiterer Kräuter, die das natürliche Spektrum einer mitteleuropäischen Weide erweitern. Diese oft speziellen oder in anderen Klimazonen beheimateten Pflanzen haben sich in der traditionellen Pferdefütterung bewährt und können gezielt zur Unterstützung der Pferdegesundheit eingesetzt werden – gerade da sie bestimmte Inhaltsstoffe besitzen, die in der lokalen Flora nur begrenzt oder gar nicht vorkommen. 

Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum)

Der Bockshornklee stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, weshalb Pferde ihn hierzulande nicht auf der Weide finden. Allerdings hat er eine hohe Futterakzeptanz, da die Pflanze einen süßlich-aromatischen Geschmack hat. Dazu regt der Bockshornklee den Appetit und den Stoffwechsel an und kann beim Muskelaufbau sowie der Gewichtszunahme unterstützen.

Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea)

Echinacea stammt aus Nordamerika und wächst ebenfalls nicht wild auf unseren mitteleuropäischen Weiden, weshalb er oft in Kräutermischungen zu finden ist. Man sagt ihm immunstimulierende, antivirale und entzündungshemmende Eigenschaften in der Naturheilkunde nach, daher ist der rote Sonnenhut eine beliebte Unterstützung für das Pferde-Immunsystem.

Hopfen (Humulus lupulus)

Zwar ist der Hopfen eine heimische Wildpflanze in Deutschland, wird aber dennoch nicht als typisches Futterkraut bei Pferden eingesetzt. Für mehr Gelassenheit wird der bitterstoffreiche Hopfen – in Kombination mit Baldrian – gerne in Kräutermischungen beigemengt. Beiden Kräutern wird in der Naturheilkunde eine allgemein entspannende, hormonell ausgleichende und verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt.

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)

Der Mönchspfeffer ist ein aus dem Mittelmeerraum stammender Strauch, dessen pfefferähnliche Früchte seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde geschätzt werden. In der Pferdefütterung wird er vor allem bei hormonellen Themen eingesetzt: Stuten mit unregelmäßiger oder auffälliger Rosse sowie hengstige Wallache können von seinen regulierenden Eigenschaften profitieren. Die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, wie Flavonoide und ätherische Öle, unterstützen die natürliche Balance des Hormonhaushalts und können sich positiv auf Verhalten, Gelassenheit und Stoffwechsel auswirken. Auch bei älteren Pferden mit Stoffwechselbesonderheiten wie dem Equinen Cushing-Syndrom (ECS) wird Mönchspfeffer unterstützend eingesetzt.

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Nützlich, aber unscheinbar: Der Frauenmantel kommt häufiger in Weidegebieten vor und kann besonders auf Stuten mit hormonellen Schwankungen positiven Einfluss haben. Seine Inhaltsstoffe können die körpereigene Regulation des Hormonhaushalts unterstützen und die Pferdegesundheit durch ihre allgemein krampflösenden sowie leicht entzündungshemmenden Eigenschaften unterstützen.

Ingwer (Zingiber officinale)

So hilfreich kann Ingwer in der Pferdefütterung sein

Ingwer ist in den tropischen Gebieten beheimatet und wächst nicht als Wildform in unseren Breitengraden – er hat sich jedoch als wertvolle Ergänzung in der Pferdefütterung etabliert. Die scharfe Wurzel ist in der Naturheilkunde besonders für ihre durchblutungsfördernden, entzündungshemmenden und schmerzlindernden Inhaltsstoffe bekannt und geschätzt. Vor allem bei Pferden mit Muskelproblemen oder altersbedingter Arthrose kann Ingwer unterstützend zugefüttert werden. 

Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

Die in Südafrika heimische Teufelskralle hat sich als Unterstützung bei altersbedingten Gelenkproblemen besonders bewährt. Zu beachten gibt es jedoch, dass die Teufelskralle bei magenempfindlichen Pferden nicht zur Dauerfütterung geeignet ist.

Artischocke (Cynara scolymus)

Bereits zu Zeiten der Römer war die Artischocke eine häufig verwendete Nutzpflanze, die sich auch als wichtiger Teil von Kräutermischungen für Pferde etabliert hat. Die reichlich enthaltenen Bitterstoffe der Pflanze können die Leberfunktion anregen, fördern die normale Verdauung und unterstützen den intakten Stoffwechsel der Pferde.

Baldrian (Valeriana officinalis)

Beruhigend, trotz starkem Geruch: Der Baldrian zählt zwar zu den europäischen Wiesenkräutern, wird aber von einigen Pferden durch seinen starken Geruch auf der Weide gemieden. Allerdings kann Baldrian bei gestressten und nervösen Pferden zum Ausgleich für innere Ruhe beitragen.

6. So kannst Du mit Futterkräutern Pferden in anstrengenden Phasen unterstützen

Die kleinen Helfer der Natur: Bei einem kratzigen Hals greifen wir zu Thymiantee, nach einem stressigen Tag hilft Melisse bei der Entspannung. Genauso kannst Du Dein Pferd mit der gezielten Gabe von Kräutern in anstrengenden Situationen unterstützen. So lässt sich die Widerstandskraft Deines Tieres auf natürliche Weise stärken und leichte Belastungen lindern.

Mit Herbstkräutern das Immunsystem Deines Pferdes stärken

Die Witterungsbedingungen in der nasskalten Jahreszeit verlangen dem Immunsystem von Pferden einiges ab. Eine natürliche Stärkung können in diesem Fall einzelne Kräuter oder Kräutermischungen darstellen. Dazu zählen z. B. Echinacea, Hagebutten und Johanniskraut

  • Echinacea (zu Deutsch: Roter Sonnenhut): Kann dabei helfen, das intakte Immunsystem in Zeiten erhöhter Belastung zu unterstützen – denn der Sonnenhut ist dafür bekannt, die körpereigene Immunabwehr anzuregen. 
  • Hagebutten: Was sie so wertvoll macht, sind ihre antioxidativen Eigenschaften. Diese kommen vom reichlich enthaltenen Vitamin C und den sekundären Pflanzenstoffen. 
  • Johanniskraut: Dieses Kraut wird häufig für seine stimmungsaufhellenden Effekte geschätzt, da es nativ Hypericin und Flavonoide enthält – diese können das gesunde Nervensystem des Pferdes unterstützend ausgleichen, was gerade in den Übergangsjahreszeiten hilfreich sein kann. 

Beruhigende Kräuter für Stressphasen

Pferde reagieren in der Regel äußerst sensibel auf Umweltveränderungen und Stress. Zwei Pflanzen, die mit ihren Inhaltsstoffen positiven Einfluss auf das zentrale Nervensystem in Stressphasen nehmen können, sind Hopfen und Baldrian:

  • Hopfen: Durch seine Bitterstoffe wird er in der Pferdefütterung für seine ausgleichenden Effekte geschätzt.
  • Baldrian: Dieser hat ebenfalls ausgleichende Eigenschaften und hat sich bei nervösen und leicht erregbaren Pferden als hilfreich erwiesen – vor allem beim Transport oder dem Stallwechsel. 

Wusstest Du schon?

Bei der Pferdefütterung mit Baldrian sollte auf eine individuelle Dosierung geachtet werden.

Da jedes Pferd anders auf die Futterzugabe von Baldrian anspricht, sollte auf eine individuell abgestimmte Dosierung geachtet werden. Zudem ist Vorsicht bei Turnierpferden geboten, da die enthaltene Valerensäure auf der Dopingliste steht – die Karenzzeit beträgt 48 Stunden (Stand 08/2025).

Mit Kräutern den Fellwechsel unterstützen

Kräuter im Pferdefutter können den Fellwechsel unterstützen

In der Zeit des Fellwechsels wird der Pferdeorganismus stärker beansprucht. Kräuter wie Brennnessel, Hanf und Frauenmantel können diesen Prozess nutritiv unterstützen:

  • Brennnessel: Ist reich an Eisen, Kalzium und Kieselsäure und kann die körpereigene Blutbildung sowie die Entgiftung fördern. 
  • Hanf: Die Pflanze liefert wertvolle Omega-Fettsäuren, die die Hautbarriere und das Haarwachstum positiv beeinflussen können. 
  • Frauenmantel: Ein traditionelles Frauenkraut, das Gerbstoffe und Flavonoide enthält, die eine sanfte Unterstützung des Hormonhaushalts und damit auch des Fellzyklus sein können. 

Bronchialkräuter für Pferde

Staub, Pollen oder Wetterumschwünge? Bei empfindlichen Pferden kann das die Atemwege stark belasten. Ausgewählte Kräuter wie Anis, Schwarzkümmel, Spitzwegerich, Thymian oder hochwertige Kräutermischungen können dabei unterstützen, die gereizten Atemwege auf natürlichem Weg zu entspannen:

  • Anis und Fenchel: Sie enthalten wertvolle ätherische Öle, denen man in der Naturheilkunde schleimlösende und krampflindernde Effekte nachsagt.
  • Kamille und Brennsessel: Kamille bringt sagt man in der Naturheilkunde entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften nach, während die Brennnessel durch ihre stoffwechselanregenden Inhaltsstoffe zur Ausleitung von Schleimresten beitragen kann. 

Bereits gewusst?

Kräutermischungen können auch den Bewegungsapparat von Pferden stärken.

Um den gesamten Bewegungsapparat mit den dazugehörigen Muskeln, Sehnen und Gelenken nutritiv zu stärken, bieten sich komplexe Kräutermischungen an, die folgende Pflanzen enthalten: 

  • Esche: Wird oft wegen ihrer im allgemeinen harntreibenden und ausleitenden Wirkung zugefüttert. 
  • Wegwarte: Gilt im allgemeinen als stoffwechselanregend. 
  • Löwenzahn: Kann mit seinen Bitterstoffen nicht nur die Leber, sondern auch die Verdauung unterstützen, was indirekt auch das Muskelgeschehen positiv beeinflussen kann. 
  • Haferkraut: Enthält Silizium und kann tonisierend sein. 
  • Aronia: Ist reich an Antioxidantien, welche die Zellen vor oxidativem Stress schützen können. 
  • Bockshornklee: Wird gerne zur Kräftigung verwendet und ist voller Mineralstoffe.

Zur Unterstützung von Leber und Nieren

Leber und Nieren spielen eine zentrale Rolle im Stoffwechsel. Besonders bei Fütterungswechseln oder nach Medikamentengaben lohnt sich eine sanfte Begleitung mit ausgewählten Kräutern wie Brennnessel, Löwenzahn und Artischocke

  • Brennnessel: Kann mit ihrer entwässernden Eigenschaft die Nierentätigkeit anregen.
  • Löwenzahn: Enthält Bitterstoffe, die die Gallenproduktion und damit die Leberfunktion unterstützen können. 
  • Artischocke: Wird ebenfalls für ihre leberfreundlichen Bitterstoffe geschätzt. 

Diese Kräuter können eine sanfte Unterstützung sein, um die natürlichen Ausscheidungsprozesse zu aktivieren, ohne die körpereigene Entgiftung zu stark anzuregen – das kommt besonders empfindlichen Pferden zugute.

Für ein starkes Herz-Kreislaufsystem

Positive Effekte von Kräutern im Pferdefutter auf das Herz-Kreislauf-System mit Weissdorn

Weißdorn ist in der traditionellen Kräuterlehre ein Klassiker zur Unterstützung des Herz-Kreislaufsystems, der seine Vorteile über eine längerfristige Gabe entfaltet. Er enthält natürliche Flavonoide, die auch bei Pferden eine gefäßerweiternde Wirkung haben können und die Durchblutung dadurch fördern. Die enthaltenen Procyanidine können zudem das Herz stärken, ohne es zu überfordern – gerade ältere Pferde, Pferde im Sport, oder solche mit schwankendem Kreislauf bei Wetterwechseln sowie im Sommer können davon profitieren. 

Gesunde Gelenke von innen pflegen

Gelenke reagieren durch Belastung, Alter oder Stoffwechselgeschehen oft sensibel. Bestimmte Kräuter wie Teufelskralle, Ingwer und Hanf können die Beweglichkeit auf natürliche Weise unterstützen – allerdings empfiehlt sich gerade bei empfindlichen Pferdemägen eine individuelle Dosierung:

  • Teufelskralle: Wird traditionell aufgrund ihrer Bitterstoffe und Iridoid-Glykoside eingesetzt, denen man in der Naturheilkunde entzündungshemmende Eigenschaften zuschreibt. 
  • Ingwer: Liefert Scharfstoffe wie Gingerol, die ebenfalls bei altersbedingten Gelenkbeschwerden hilfreich sein können. 
  • Hanf: Leistet durch seine hochwertige Fettsäurevielfalt einen Beitrag zur Versorgung mit wichtigen Lipiden, die an der Elastizität von Knorpel und Bindegewebe beteiligt sind.

7. In welchen Formen gibt es Kräuter für die Pferdefütterung

In allererster Linie sind da die Wiesenkräuter, die auf einer gesunden, artenreichen Weide wachsen. Achte auf eine gute Heu-Qualität, die Du am aromatischen Geruch und an einer olivgrünen bis hellgrünen Farbe erkennst. Außerdem sollte das Heu staubarm und frei von Verunreinigungen, Giftpflanzen oder Schimmel sein. Im Handel sind spezielle Kräuter und Kräutermischungen in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: als Pellets gepresst, in Pulverform oder aufgelöst in Flüssigkeiten. Die Pellets lassen sich am einfachsten dosieren und werden von den Pferden hervorragend akzeptiert. 

Daneben entfalten Kräuter auch äußerlich ihre wohltuenden Eigenschaften. Ein Beispiel hierfür sind Umschläge, Waschungen oder Kräuteröle mit Arnika, Ringelblume, Lavendel oder Kamille. Sie können bei kleinen Verletzungen, Verspannungen oder Hautproblemen Linderung verschaffen. Besonders bei sensiblen Pferden kommt eine sanfte, äußere Anwendung mit Kräutern gut an.

Kleine Kräuter-Kunde:

Nicht jedes Pferd profitiert gleichermaßen von denselben Kräutern.

Auch unter Pferden gibt es unterschiedliche Konstitutionstypen. Einige sind nervös, hitzig, sensibel, andere eher träge, kühl oder schwerfällig. Genauso unterschiedlich reagieren die Organsysteme der Pferde je nach Typ. So profitieren z. B. stoffwechselträge Pferde eher von Bitterkräutern (Löwenzahn, Mariendistel), während sensible Pferde oft mit milderen Kräutern wie Melisse, Kamille oder Lindenblüten gut zurechtkommen.

8. Worauf muss bei der Pferdefütterung mit Kräutern geachtet werden?

Das sollte bei der Kräuterfütterung von Pferden beachtet werden

Trotz aller Vorteile ist die Fütterung von Kräutern kein Allheilmittel, bei dem zusätzlich einige Dinge beachtet werden sollten. In der Regel fütterst Du Deinem Pferd Kräuter als Kur über einen begrenzten Zeitraum von wenigen Wochen. Viele Kräuter enthalten zudem wertvolle Inhaltsstoffe, die bei falscher Dosierung oder dauerhafter Gabe jedoch unerwünschte Nebeneffekte haben können. Bei tragenden Stuten sind als Beispiel Kräuter wie Petersilie, Rosmarin oder Schafgarbe tabu, da sie wehenfördernd wirken können. Auch bei Vorerkrankungen oder der Gabe von Medikamenten sollte auf mögliche Wechselwirkungen geachtet werden. Wenn Du unsicher bist, halte Rücksprache mit einem fachkundigen Tierheilpraktiker oder Tierarzt.

9. Fazit zu Kräutern in der Pferdefütterung: natürlich, ausgewählt und wohldosiert

Die richtige Auswahl und Anwendung von Kräutern kann die Pferdefütterung sinnvoll bereichern und das Wohlbefinden Deines Pferdes auf natürliche Weise fördern. Ob für Verdauung, Atmung, Immunsystem oder Gelenke – viele heimische und spezielle Kräuter bieten dafür wertvolle Inhaltsstoffe. Dabei gilt jedoch: Qualität, Dosierung und individuelle Bedürfnisse Deines Pferdes sollten immer im Vordergrund stehen. Achte auf eine abwechslungsreiche Weidegestaltung, hochwertige Futtermischungen und gegebenenfalls fachlichen Rat. So kannst Du die Kraft der Kräuter gezielt nutzen und Deinem Pferd eine ausgewogene, artgerechte Ernährung ermöglichen – für Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude auf vier Hufen.

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Autor

andre migocki inhaberAndré Migocki – Inhaber MIGOCKI Tierernährung

„Für Dein Tier stets das Beste!“ Nach diesem Leitsatz und mit viel Leidenschaft führt André Migocki sein Unternehmen MIGOCKI Tierernährung seit dem Jahr 2006. Als qualifizierter Ernährungs- und Vitalstoffberater steht für ihn die Gesundheit von Tieren an erster Stelle. Bei seinem Lieblingsthema, der Tiergesundheit, hält es es ganz nach dem Motto: Dein Tier ist, was es frisst. Seine große Affinität für das Tierwohl hat er seinem Großvater, einem erfahrenen Tierarzt, zu verdanken. André Migockis ständiger Antrieb ist die Faszination und Überzeugung, mit Nährstoffen einen positiven Einfluss auf die Tiergesundheit nehmen zu können. Im ständigen Austausch mit Tierärzten und Therapeuten steckt er sein gesamtes Fachwissen in die MIGOCKI Produkte und deren Weiterentwicklung.