Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen

Nährstoffmangel beim Pferd erkennen: Symptome, Ursachen & Labordiagnostik

MIGOCKI Tierernährung
2026-05-27 10:54:00 / Pferdefütterung

Nährstoffmangel beim Pferd – ein Thema, das mehr Tiefe hat, als es auf den ersten Blick scheint. Welche Anzeichen von Mängeln solltest Du kennen? Wann reicht eine gezielte Futterergänzung, und wann lohnt sich eine gezielte Labordiagnostik? In diesem Ratgeber bekommst Du einen Überblick über die häufigsten Ursachen, erkennst typische Symptome und erfährst, was Blutbild, Haaranalyse, Kotuntersuchung und Futteranalyse beim Pferd wirklich aussagen können.

1. Nährstoffmangel beim Pferd: gut ergänzt, ist halb gewonnen

Wie Futterergänzung Nährstoffmängel bei Pferden verhindern können

Magnesium bei Nervosität, Zink beim Fellwechsel, B-Vitamine bei Stress oder Verspannungen? Wer sein Pferd mit gezielten Nahrungsergänzungen unterstützt, handelt bereits vorausschauend. Solche saisonal oder situativ eingesetzten Supplemente können Dein Pferd nutritiv unterstützen. Doch was ist, wenn bei Deinem Tier Beschwerden hartnäckig wiederkehren, Symptome sich trotz Zusatzfutter nicht bessern oder wenn Du einfach genauer wissen möchtest, was hinter den Anzeichen Deines Pferdes steckt? In solchen Fällen kann gezielte Labordiagnostik wertvolle Hinweise liefern. Ein Nährstoffmangel lässt sich theoretisch leicht beheben – aber zuerst gilt es, ihn zu finden. 

Wusstest Du bereits?

Das sind die vier häufigsten Ursachen von Nährstoffmängeln beim Pferd.

Eine erste Übersicht über die vier häufigsten Ursachenmuster zeigt, wo die Probleme lauern: 

  • fütterungsbedingte Ursachen
    Heu und Weide sind nicht gleich Heu und Weide: Je nach Boden, Ernte und Lagerung variiert die Nährstoffdichte erheblich – und nicht immer ist die Ration ideal auf den individuellen Bedarf Deines Pferdes abgestimmt.

  • vorübergehend erhöhter Bedarf
    Besondere Phasen, wie Fellwechsel, Wachstum, Trächtigkeit und Laktation erhöhen den Bedarf Deines Pferdes an bestimmten Nährstoffen deutlich. Aber auch intensives Training, Turnierstress oder gesundheitliche Belastungen können die Versorgungslage kurzfristig verändern.

  • gestörte Nährstoffaufnahme
    Darmprobleme, Parasitenbefall oder Störungen des Stoffwechsels können die Resorption wichtiger Nährstoffe einschränken – selbst dann, wenn die Versorgung über das Futter eigentlich stimmt.

  • Gegenspieler und Wechselwirkungen
    Bestimmte Medikamente hemmen die Aufnahme einzelner Nährstoffe. Und auch ungünstige Kombinationen im Futter können zum Problem werden – etwa andauernde hohe Eisengehalte im Heu, die die Kupferresorption blockieren, obwohl das Futter auf den ersten Blick ausreichend erscheint.

2. Möglichen Nährstoffmangel beim Pferd erkennen: diese Anzeichen solltest Du kennen

Zeigen sich äußere Symptome bei Deinem Pferd, ist der Nährstoffmangel meist schon eine Weile im Gange. Denn je nach Nährstoff und betroffenen Körperzellen dauert es einige Zeit, bis sich Defizite bemerkbar machen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Symptome unspezifisch sind – stumpfes Fell oder Leistungsschwund können viele Ursachen haben. Erst im Zusammenhang mit einer genaueren Untersuchung und einer gezielten Labordiagnostik lassen sich verlässliche Rückschlüsse auf den Nährstoffstatus Deines Pferdes ziehen.

Fell und Haut

Das Fell reagiert sensibel auf die Versorgung mit Spurenelementen und Vitaminen – nicht sofort, aber zuverlässig. Typische Hinweise sind stumpfes, mattes Fell, Farbveränderungen (bei dunklen Pferden bleiche, dumpfe Töne) sowie auffällige Schuppenbildung. Besonders Zink, Kupfer, Biotin und essenzielle Fettsäuren spielen hier eine wichtige Rolle.

So zeigen sich Nährstoffmängel an den Pferde-Hufen

Hufe

Die Hufe spiegeln längerfristige Versorgungsprobleme mit Nährstoffen wider. Typische Hinweise sind brüchiges oder sprödes Horn, Risse im Huf, schlechte Hornqualität und langsames Wachstum. Biotin, Zink und schwefelhaltige Aminosäuren sind für die Hufgesundheit besonders relevant.

Muskulatur und Leistungsfähigkeit

Auf zellulärer Ebene zeigen fehlende Nährstoffe ihre Wirkung in den Muskelzellen. Mögliche Warnzeichen sind schleichender Muskelabbau trotz Bewegung, schlechter Muskelaufbau, trotz Training, schnelle Ermüdung und steife, ungelenke Bewegungen. Häufig sind Magnesium, Selen, Vitamin E oder fehlende Aminosäuren beteiligt.

Immunsystem und Allgemeingesundheit

Eine lückenhafte Nährstoffversorgung schwächt die körpereigene Abwehr des Pferdes. Mögliche Anzeichen sind häufige Infektanfälligkeit und eine langsame Wundheilung. Nahezu jeder Mikro- und Makronährstoff ist in irgendeiner Weise am Immunsystem beteiligt.

Verhalten und Stimmung

Bestimmte Nährstoffe sind unentbehrlich für die Herstellung von Hormonen und Nervenbotenstoffen. Ein Mangel kann sich in ungewöhnlicher Nervosität, Schreckhaftigkeit oder einer deutlich reduzierten Leistungsbereitschaft Deines Pferdes zeigen. B-Vitamine, Magnesium und Spurenelemente wie Zink haben nachweislich Einfluss auf das mentale Gleichgewicht von Pferden.

Anzeichen von Nährstoffmangel bei Pferden durch Verdauungsprobleme

Verdauung als Symptom und Ursache

Nährstoffmängel können sich auch im Verdauungsbereich zeigen – in Form von Unregelmäßigkeiten beim Gewicht, beim Appetit oder bei den Ausscheidungen. Gleichzeitig kann eine gestörte Darmflora selbst zur Ursache eines Mangels werden, weil sie die Aufnahme und Weiterverarbeitung von Nährstoffen beeinträchtigt.

Typische Symptome von einzelnen Nährstoffmängel bei Pferd auf einen Blick

Eine eindeutige Zuordnung von Symptom zu Nährstoff ist im Alltag selten möglich – zu vielschichtig sind die Zusammenhänge. Die folgende Übersicht kann dennoch als erster Orientierungspunkt dienen. Ein konkreter Mangelnährstoff lässt sich letztlich nur im Labor zweifelsfrei nachweisen. Mögliche Anzeichen eines Mangels können sein: 

  • Magnesium: Nervosität, erhöhte Schreckhaftigkeit, Muskelverspannungen
  • Zink: Hautprobleme wie Schuppen oder schlecht heilende Wunden, stumpfes Fell, geschwächtes Immunsystem
  • Selen: Muskelprobleme, Leistungsschwäche, schnelle Ermüdung, mangelnde Regeneration
  • Kupfer: Farbveränderungen des Fells (Kupferbrille), schwache Bindegewebs- und Knochenentwicklung
  • Eisen: Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, blasse Schleimhäute
  • Vitamin A: Haut- und Schleimhautprobleme, erhöhte Infektanfälligkeit, Beeinträchtigungen der Dämmerungssicht
  • Vitamin E: Muskelprobleme, Koordinationsstörungen, eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • B-Vitamine: Nervosität, Appetitlosigkeit, Verdauungsprobleme, reduzierte Leistungsbereitschaft

Wusstest Du bereits?

Bodenbeschaffenheit, Futterqualität und Sonnenlicht sind wichtige Faktoren für die Nährstoffversorgung.

Deutschlands Böden sind meist selenarm – ein fütterungsbedingter Selenmangel beim Pferd wird daher häufig übersehen. Wichtig zu wissen: Selen und Vitamin E bedingen sich gegenseitig. Vitamin E steckt zwar reichlich in frischem Gras, Heu verliert es jedoch durch Oxidation fast vollständig. Hohe Eisengehalte in deutschem Heu und Wasser erschweren zusätzlich die Kupferresorption im Darm. Nervosität und Stressanfälligkeit sind oft erste Hinweise auf einen Magnesiummangel. Vitamin D entsteht auch beim Pferd hauptsächlich über Sonnenlicht – Pferde mit wenig Weidegang, besonders im Winter sind hier oftmals unterversorgt. 

4. Labordiagnostik bei Pferde-Nährstoffmangel: vier Wege zur Diagnose

So kann Labordiagnostik Nährstoffmängel bei Pferden feststellen

Blutbild, Haaranalyse, Kotuntersuchung, Futteranalyse – im Labor können Nährstoffmängel oft bereits nachgewiesen werden, bevor sich die ersten Symptome zeigen. Werden die Laborergebnisse, fachlich interpretiert und mit einer klinischen Untersuchung kombiniert, sind diese eine gute Grundlage, um die Fütterung anzupassen und gegebenenfalls gezielt zu ergänzen. Grundsätzlich gilt: Eine so umfassende Diagnostik ist vor allem dann sinnvoll, wenn Beschwerden oder Mangelzustände trotz Futterergänzung hartnäckig wiederkehren.

5. Blutbild beim Pferd: die Momentaufnahme für mögliche Nährstoffmängel

Das am häufigsten genutzte diagnostische Mittel in der Pferdemedizin ist die Blutuntersuchung. Dem Pferd wird dabei aus der Halsvene (Vena jugularis) Blut entnommen – seltener aus der Schwanzvene. Pferde sind als Dauerfresser grundsätzlich nicht vollständig nüchtern. Heu oder Raufutter sollten daher in der Regel weiterhin zur Verfügung stehen.

Vor der Blutabnahme sollte jedoch möglichst auf Kraftfutter sowie auf Ergänzungsfuttermittel verzichtet werden, die den Blutzucker oder bestimmte Blutparameter kurzfristig beeinflussen können. Dazu zählen Getreide, zuckerhaltige Futtermittel oder auch Mineralfutter und Ergänzungsfuttermittel unmittelbar vor der Blutentnahme. So lassen sich Blutwerte möglichst unverfälscht beurteilen und die Ergebnisse besser einordnen.

Eine kleine Blutkunde vorweg

Blut besteht zu etwa 55 % aus einer Flüssigkeit mit Wasser, Proteinen und Nährstoffen – und zu 45 % aus Blutzellen: roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Im Labor unterscheidet man drei Formen: Vollblut direkt aus der Vene, Plasma – die zellfreie Flüssigkeit nach Zugabe eines Gerinnungshemmers und Zentrifugation – sowie Serum, das entsteht, wenn das Blut gerinnen darf und die Gerinnungsfaktoren dabei verbraucht werden.

Drei Röhrchen, drei Aussagen: So funktioniert die Blutanalyse beim Pferd

Drei verschiedene Röhrchen kommen bei einer Nährstoffanalyse des Blutes zum Einsatz:

  • Das rote/gelbe Röhrchen (Serumröhrchen) liefert Serum für die Bestimmung von Vitaminen (A, D, E, B12), Spurenelementen (Selen, Zink, Kupfer, Mangan, Eisen) sowie Calcium, Phosphor und Magnesium.
  • Das grüne Röhrchen (Heparinröhrchen) liefert Plasma für Hormone, Aminosäuren, das Fettsäureprofil sowie Selen und Kupfer im Plasma.
  • Das violette Röhrchen (EDTA-Röhrchen) liefert Vollblut für das Blutbild, den Zink- und Magnesiumstatus sowie Schwermetallbelastungen.

Alles im grünen Bereich? Warum Blutwerte beim Pferd ot zu spät warnen

Viele Nährstoffe werden im Blut homöostatisch reguliert – der Körper hält den Spiegel so lange wie möglich stabil, auch wenn die Gesamtversorgung bereits Defizite zeigt. Das geht dann zu Lasten der Körperspeicher. Ein messbarer Abfall im Serum ist daher oft ein spätes Signal, kein Frühwarnzeichen.

Dazu kommt: Manche Nährstoffe lassen sich aus verschiedenen Grundsubstanzen bestimmen – und liefern dabei unterschiedliche Aussagen. Zink im Serum zeigt den aktuellen Spiegel, Zink im Vollblut eher den Langzeitstatus. Bei Magnesium ist es ähnlich: Der Serumwert kann noch völlig normal wirken, obwohl in den Zellen bereits ein Mangel besteht. Noch deutlicher wird das Prinzip bei Kalzium – ein messbarer Abfall im Serum zeigt sich erst dann, wenn der Körper auch aus den Knochen nichts mehr mobilisieren kann. Ein klareres Zeichen dafür, dass ein Laborwert allein keine vollständige Antwort liefert.

Schon gewusst?

Die Zuverlässigkeit der Blutproben hängt vom Transport ab. 

Damit die Blutwerte zuverlässig sind, muss der Transport der Proben rasch, dunkel, gekühlt (nicht gefroren) und erschütterungsarm erfolgen. Fehler beim Transport können später zu verfälschten Messwerten führen.

6. Haaranalyse beim Pferd: der Langzeitblick auf mögliche Nährstoffmängel

Nährstoffmangel bei Pferden durch Haaranalyse erkennen

Während die Blutuntersuchung eher eine Momentaufnahme liefert, bietet die Haarmineralanalyse (kurz: HMA) einen Rückblick über Wochen bis Monate. Haare lagern im Lauf ihres Wachstums Mineralstoffe aus dem Blut in die Haarmatrix ein – und speichern so eine Art chronologisches Archiv der Versorgungslage. Für die Probenentnahme wird ein bleistiftdickes Büschel Haare direkt an der Wurzel aus Mähne oder Schweif abgeschnitten. Nur die ersten Zentimeter sind auswertbar, da älteres Haar den Einflüssen der Umgebung zu lange ausgesetzt ist. 

ICP-MS & Co.: So wertet das Labor die Haarprobe Deines Pferdes aus

Im Labor wird das Pferdehaar mit Aceton und destilliertem Wasser gewaschen sowie mit Salpetersäure aufgelöst (genannt: Nassaufschluss). Danach wird die Lösung per ICP-MS (induktiv gekoppelte Plasma-Massenspektrometrie) ausgewertet. Die ICP-MS-Methode eignet sich besonders gut für den Nachweis von Schwermetallbelastungen (Blei, Quecksilber, Kadmium, Arsen) sowie für Tendenzaussagen zur Versorgung mit Selen, Zink, Kupfer, Mangan, Jod und Kobalt. Einschränkungen bestehen bei Calcium, Magnesium, Phosphor, Eisen und Schwefel – hier fehlen einheitliche Referenzwerte. Akute Mängel sowie der Status von Vitaminen und Hormonen können mit der Haarmineralanalyse nicht ermittelt werden.

Schon gewusst?

Die Haaranalyse wird medizinwissenschaftlich kritisch bewertet.

Vor allem wegen fehlender Standardisierung und schlechter Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Sieh diese als ergänzendes Instrument, nicht als alleinige Diagnoseentscheidung. In Kombination mit klinischen Befunden und einer Blutuntersuchung kann sie wertvolle Hinweise liefern.

7. Kotuntersuchung beim Pferd: der Darm als Ursache eines Nährstoffmangels?

Die meisten Nährstoffe gelangen über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf. Darmprobleme, Parasitenbefall oder eine gestörte Darmflora können diese Aufnahme empfindlich stören – selbst wenn das Futter die nötigen Nährstoffe liefert. Bei einem unklaren oder wiederkehrenden Nährstoffmangel beim Pferd lohnt es sich daher, den Darm als mögliche Ursache gezielt zu untersuchen. Folgende Methoden kommen dabei zum Einsatz:

  • McMaster-Flotation: Erkennt Wurmeier im Kot und gibt Hinweise auf die Intensität des Befalls.
  • Bandwurm-ELISA: Sucht im Speichel oder Serum nach Antikörpern gegen Bandwürmer.
  • Koproantigen-Test: Weist Parasitenproteine direkt im Kot nach.
  • Kotfettgehalt: Eine erhöhte Fettausscheidung kann auf eine Fettmalabsorption und damit auf Erkrankungen der Dünndarmsschleimhaut oder der Bauchspeicheldrüse hinweisen.
  • Mikrobiom-Analyse: Gibt Einblicke in die Zusammensetzung der Darmflora – besonders relevant nach Antibiotikagaben, bei Futterumstellungen oder anhaltendem Stress.

Ein kleines Beispiel:

Die Wichtigkeit eines intakten Darms für die Nährstoffverwertung.

Ein konkretes Beispiel: Vitamin B12 wird im Dickdarm mithilfe von Mikroorganismen aus Kobalt selbst hergestellt. Ist die Population dieser Mikroorganismen gestört, hemmt das die B12-Produktion – ein Mangel entsteht, obwohl das Futter Kobalt liefert. Die Kotuntersuchung hilft dabei, genau solche versteckten Zusammenhänge aufzudecken.

8. Futteranalyse beim Pferd: Nährstoffmangel durch die Futterquelle?

Pferde-Nährstoffmangel durch Futteranalyse erkennen

Aus fachlicher Sicht gehört zum Thema Nährstoffmangel beim Pferd auch eine Futteranalyse – in der Praxis wird sie jedoch eher selten durchgeführt. Regelmäßige Untersuchungen sind vor allem in Zuchtbetrieben, im Leistungssport sowie bei Pferden mit bekannten Stoffwechselproblemen wie EMS, Hufrehe oder Cushing-Verdacht üblich. Bekannte Anlaufstellen für Futteranalysen sind Labore der AGROLAB LUFA Gruppe oder das Institut für Tiernahrung Hannover. Eine anschließende Futterberatung hilft dabei, die Ergebnisse in konkrete Handlungsempfehlungen umzusetzen.

Wie läuft eine Futteranalyse beim Pferd konkret ab?

Für eine Heuprobe werden mindestens acht bis zehn Bohrkernproben aus verschiedenen Ballen entnommen und zu einer Mischprobe vereint. Im Labor folgen:

  • Weender Rohnahrstoffanalyse: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche, Stärke und Zucker.
  • VanSoest-Fraktionierung: Verschiedene Fasern für Verdaulichkeit und Energiehaushalt.
  • Mineralstoffanalytik: Makroelemente und Spurenelemente wie Kupfer, Zink, Selen, Mangan, Eisen, Kobalt und Jod.
  • Hygienestatus: Die Futterqualität beeinflusst die Atemwegsgesundheit und sollte immer mitbestimmt werden.

Mit einer solch umfangreichen Futteranalyse lässt sich der tatsächliche Nährstoffbedarf des betroffenen Pferdes ableiten. Daraus ergibt sich dann eine entsprechende Futteranpassung mit zusätzlichem Mineralfutter und Einzelsupplementen.

9. Verdacht auf Pferde-Nährstoffmangel: Laborwerte richtig einordnen und verstehen

Ein Laborergebnis ist keine Fertigdiagnose. Wer feststellt, dass ein Mineralstoff unter dem Referenzwert liegt, und daraufhin einfach nur diesen einen Stoff ergänzt, greift möglicherweise zu kurz. Die biochemischen und physiologischen Systeme im Körper sind viel zu sehr miteinander verwoben – und zu individuell ist jedes Tier – als dass sich ein Nährstoffmangel beim Pferd so einfach linear lösen ließe.

Auch Referenzwerte selbst sind mit Vorsicht zu genießen: Verschiedene Labore arbeiten mit unterschiedlichen Normen, und für manche Parameter fehlen bislang belastbare pferdespezifische Werte. Deshalb ist eine Gesamtbetrachtung unumgänglich:

  • Klinisches Bild (Haut, Fell, Hufe, Muskulatur, Verhalten, Leistungsfähigkeit)
  • Blutparameter aus Serum und Vollblut
  • Ist-Versorgung, gegebenenfalls ergänzt durch eine Futteranalyse
  • Anamnese (Fütterungshistorie, Haltungsbedingungen, Weidegang, Stressbelastung)
  • Bei Verdacht auf gestörte Resorption: eine Kotuntersuchung auf Parasitenbefall

Wann lohnt sich eine Labordiagnostik bei Pferden?

In welchen Fällen lohnt sich eine Labordiagnostik bei Nährstoffmängeln?

Erst wenn in mehreren dieser Bereiche Hinweise auf einen bestimmten Nährstoffmangel vorliegen und die Ursache klar ist, kann eine gezielte Supplementierung das Pferd nutritiv unterstützen. Und nochmals zur Einordnung: Diese Tiefe der Diagnostik ist meist nur dann nötig, wenn es hartnäckige Anzeichen für gesundheitliche Probleme gibt. 

Eine der wichtigsten Grundlagen in der Pferdefütterung bleibt eine dauerhaft hochwertige Versorgung mit qualitativ hochwertigem Raufutter in Kombination mit einem passenden Mineralfuttermittel – abgestimmt auf Alter, Leistungsanforderung und gegebenenfalls auch rassespezifische Besonderheiten. Je nach Jahreszeit, Belastung oder individueller Situation können ergänzend Magnesium oder B-Vitamine sinnvoll in die tägliche Fütterung integriert werden. Wer sein Pferd mit bewährten Ergänzungen wie Zink, Magnesium oder B-Vitaminen saisonal unterstützt, macht damit bereits sehr viel richtig.

Wusstest Du bereits?

Der Körper des Pferdes reguliert viele wichtige Substanzen im Blut homöostatisch.

Das heißt: Der Spiegel im Blut wird so lange wie möglich stabil gehalten, auch wenn die Gesamtversorgung schon Defizite zeigt – zu Lasten der Körperspeicher. Ein messbarer Abfall von Calcium im Serum zeigt sich erst, wenn aus den Knochen nichts mehr mobilisiert werden kann. 

10. Fazit zu Nährstoffmangel bei Pferden: vorausschauend ergänzen und gezielt hinschauen

Das Wichtigste zuerst: Wer sein Pferd bereits mit Zink beim Fellwechsel, Magnesium bei Nervosität oder B-Vitaminen in Stressphasen unterstützt, handelt vorausschauend. Diese saisonale und situative Nahrungsergänzung bei Pferden hat sich in der Praxis bewährt. Falls Du Beschwerden Deines Pferdes trotz Futterergänzung wahrnimmst, wenn sich unspezifische Symptome häufen oder wenn Du einfach mehr Sicherheit über die Nährstoffversorgung Deines Pferdes haben möchtest, gibt es aufschlussreiche Labordiagnostiken. 

In solchen Fällen stehen Dir mit Blutbild, Haaranalyse, Kotuntersuchung und Futteranalyse vier wertvolle Instrumente zur Verfügung – am wirkungsvollsten, wenn sie kombiniert und fachlich interpretiert werden. Denn gute Pferdeversorgung bedeutet nicht, alles auf einmal wissen zu müssen – sondern zu wissen, wann man vorausschauend ergänzt und wann man gezielt nachschaut. Wir helfen Dir dabei, den richtigen Weg für Dein Pferd zu finden.

Unsere Produktempfehlung

Autor

andre migocki inhaberAndré Migocki – Inhaber MIGOCKI Tierernährung

„Für Dein Tier stets das Beste!“ Nach diesem Leitsatz und mit viel Leidenschaft führt André Migocki sein Unternehmen MIGOCKI Tierernährung seit dem Jahr 2006. Als qualifizierter Ernährungs- und Vitalstoffberater steht für ihn die Gesundheit von Tieren an erster Stelle. Bei seinem Lieblingsthema, der Tiergesundheit, hält es es ganz nach dem Motto: Dein Tier ist, was es frisst. Seine große Affinität für das Tierwohl hat er seinem Großvater, einem erfahrenen Tierarzt, zu verdanken. André Migockis ständiger Antrieb ist die Faszination und Überzeugung, mit Nährstoffen einen positiven Einfluss auf die Tiergesundheit nehmen zu können. Im ständigen Austausch mit Tierärzten und Therapeuten steckt er sein gesamtes Fachwissen in die MIGOCKI Produkte und deren Weiterentwicklung.